Kirchspiel Obergeis

Gittersdorf

Geschichtliches

Erste urkundliche Erwähnung findet unser Dorf 1356 als Gutswinsdorf im Archiv der Abtei Hersfeld. Der Name wandelt sich dann bis 1639 hin zum heutigen Gitterdorf. 1610 werden 35 Haushalte angegeben, 1747 sind es 32.


1895 zählte Gittersdorf 315 Einwohner, 1939 waren es 286, 1963 bereits 379. Diese Zahl ist dann in etwa bis heute so geblieben. Mittelpunkt und Wahrzeichen unseres Dorfes ist und bleibt unser gotisches Kirchlein. Umgeben von einer alten Trockensteinmauer aus heimischem Buntsandstein steht es inmitten des ehemaligen „Todtenhofes“. Während das Erdgeschoss (mit einem ostwärts gerichteten Chor) aus verputzten Bruchsteinen aufgebaut ist, handelt es sich bei dem Obergeschoss um eine teilweise spätmittelalterliche Fachwerkkonstruktion. Laut dendrologischem Gutachten (zu welchen Jahren passt der Jahrringaufbau?) wurde die Erbauungszeit der Dachkonstruktion auf das Jahr 1495 angesetzt. Kolumbus „entdeckte“ Amerika – und Gittersdorf hatte „schon“ seine Kirche. Unter dem Kalkanstrich des Gottesdienstraumes liegen fachgerecht abgedeckte mittelalterliche Malereibestände. Reste von alten Wehranlagen unter dem Dach deuten darauf hin, dass das Gebäude auch als Zufluchtsort für die Einwohner gedient haben muss.

 

Im Dorfkern gibt es zahlreiche schöne Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu bewundern, die von ihren Bewohnern sorgsam und liebevoll unterhalten werden. An der Geisbrücke lohnt sich ein Blick bachaufwärts zur verträumten 1832 erbauten schmalen Naturstein-Bogenbrücke. In Gittersdorf hatte die einstmals weltbekannte Hersfelder Tuchfabrik Rechberg ihren Ursprung – nämlich in der jetzigen Mühle. Erst 1873 wurde die Fabrikation nach Hersfeld verlegt, die größere Wasserkraft und der Bahnanschluss waren wohl die Beweggründe. Eine kleine backsteingemauerte Industriehalle hält (als ehemaliger Kuhstall) die Erinnerung daran aufrecht. Zwei Fachwerk-Backhäuser bereichern ebenfalls die Dorfansicht und werden noch betrieben. Natürlich gibt es Neubauten, die Gittersdorf nach allen Seiten erweitert haben. Die längste Straße in unserem Dorf aber ist die Hählganser Straße – sie ie misst gut einen Kilometer von der Bundestraße bis zum letzten Haus.

 

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